Samstag, 19. April 2014

Nachwort

Liebe Leser,

erst einmal vielen Dank, dass ihr diese Geschichte bis zum Schluss mitverfolgt habt. Normalerweise habe ich nicht das Bedürfnis, ein längeres Nachwort zu verfassen, diesmal jedoch habe ich das Gefühl, dass es nötig sein könnte.

Einige mögen von der Geschichte etwas verwirrt sein. Mir ist es natürlich am liebsten, wenn Leser sich ihre eigenen Gedanken machen und ihre eigene Interpretation haben (auf die ich übrigens sehr neugierig bin), aber ich habe mir bei der Handlung so einige Dinge gedacht, die ich nur angedeutet habe, zum Teil wirklich sehr subtil. Wer darauf neugierig ist, kann mir gerne schreiben, hier verrate ich es erst einmal nicht. Für mich sind meine Gedanken auch nicht die „richtige“ oder „wahre“ Interpretation, sondern eine von vielen (sofern das Werk wirklich Spielraum für Interpretationen lässt, aber das ist zumindest mein Eindruck), die ich aber gerne mit denen teile, die an ihr interessiert sind.

Außerdem wollte ich ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte von Dead Man’s Chest sagen. Die Geschichte ist aus mehreren realen Fällen zusammengesetzt, von denen mir meine Mutter und meine Großmutter erzählt haben. Zum einen ist mein Großvater, ein Seefahrer, auf dem Meer verschwunden. Außerdem hat es diese Suche nach einem Ertrunkenen auch gegeben. Es war ein Bekannter meiner Mutter, nach dessen Körper sie und ihre Freunde tagelang den Strand abgesucht haben. Anders als Mikhail ist er jedoch im kalten Wasser schwimmen gegangen und nicht mit dem Boot hinausgefahren und außerdem wurde seine Leiche, soweit ich weiß, auch gefunden. Die Geschichte mit dem toten Kind ist auch so ähnlich passiert. Es wurde jedoch gezielt nach dem Kind gesucht, und zwar im tiefen Wasser. Erst Stunden später wurde es dann im kniehohen Wasser zwischen den Steinen gefunden. Außerdem hat es noch zahlreiche weitere ähnliche Todesfälle gegeben, die ich aber nicht alle aufzählen kann. Diese drei sind es, die am meisten zu der Geschichte beigetragen hatten. Übrigens handelt es sich um das Schwarze Meer und die Fälle sind alle in Bulgarien passiert. Allerdings habe ich bei Dead Man’s Chest das Setting absichtlich offen gelassen, weil es keine Rolle spielt. Außerdem ist die Geschichte trotz ‚realer‘ inspirationen keine reale Begebenheit und ich habe zu dem Text keine engere emotionale Bindung als zu meinen anderen Werken auch. Deshalb kann ich auch hier mit Kritik umgehen und würde sie mir sogar wünschen, wenn es etwas zu bemängeln gibt.

Eine weitere Inspiration war übrigens Gabriel García Márquez‘ Roman „Chronik eines angekündigten Todes“. Wer ihn kennt, wird ihn vielleicht (hoffentlich) in Dead Man’s Chest wiedererkennen, auch wenn die Handlung eigentlich komplett anders ist. Qualitativ komme ich mit meinen Texten natürlich nicht an Márquez heran (noch nicht!), aber ich einige Elemente aus Dead Man’s Chest trotzdem als kleine Hommage an ihn an. Dies sind zumindest meine Gedanken dahinter. Wer das anders sieht, der darf das gerne, es ist keine falsche Meinung. Ich fand die „Chronik“ immerhin auch sehr kafkaesk, und da gab es auch nur eine einzige Person, die diese Meinung geteilt hat. ;)

Ansonsten habe ich hier auch nicht viel zu sagen. Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen und wünsche euch noch einen schönen Tag, einen schönen Abend oder eine gute Nacht, je nachdem, wann ihr das hier gelesen habt. :)

liebe Grüße,

Lia